DIE DDR IST TOT, ES LEBEN DIE STASIAKTEN!

meine stasiakte liebe leute, mein weihnachtsgeschenk an alle menschen die an der jüngsten deutschen geschichte interessiert sind. als ich meine akte im april 2005 das erste mal in den händen hielt, war nicht mehr viel übrig aus meiner zeit als junger revoluzer. selbst die erinnerung war bis zu dem zeitpunkt meiner akteneinsicht doch im detail sehr verblaßt.

der euch jetzt als gesamtvorgang zur verfügung stehende bericht, ist deshalb interesant weil, er komplett erhalten geblieben ist und die gesamten umstände aufzeigt die zu meiner 2.verhaftung führten. ein umstand den man von den anderen, mich betreffenden aktenvorgängen nicht behaupten kann. sie wurden teilweise im reißwolf vernichtet, oder waren laut aussage der sachbearbeiterin nicht mehr auffindbar, b.z.w. nicht mehr zweifelsfrei zu zuordnen.

die hier vorliegende akteneinsicht zeigt euch wie ein 21 jähriger, in ostberlin lebend, von bettina wegner und wolf biermann geprägter jugendlicher versucht hat, seinen weg im leben selbst bestimmt zu gestalten in dem er seine ausreise aus der so genannten deutschen demokratischen republik begehrte. eine republik die auf mich seit frühster jugend her einen desolaten und sehr undemokratischen eindruck machte und mich deshalb als staatsbürger verlor.

bevor ihr in dieser akte lest, möchte ich noch einige dinge erklären.

1. jeder stasiakte hat eine komplexe vorgeschichte, die sich in meinem falle durch die eigenen aussagen jedem erschließen wird. 2. diese akte sagt nichts über den terror der stasi aus, mit der diese leute angst und schrecken unter der bevölkerung gesät haben, sie sagt nur etwas über meine eigene geisteshaltung dem system der ehemaligen deutschen demokratischen republik gegenüber aus.diese akte ist aber bei genauer durchsicht eine exemplarische geschichtsstunde für menschen, die an zusammenhänge interessiert sind. zwei dinge möchte ich im zusammenhang mit meiner verhaftung nicht unerwähnt lassen. mein begehren auf sofortige ausreise blieb nicht unbemerkt, weil eine schulklasse aus der bundesrepublik gleich hinter mir auch wieder rüber wollte .so konnte ich einem mir bis heute unbekanntem, meinen namen und geburtsdatum mitteilen, er ging darauf hin zur springer presse, die meine verhaftung am nächsten morgen vermeldetete. ich danke diesem heute fast fünfzigjährigem für seine courage, er hat mir das leben in haft dadurch erträglich gemacht, weil die stasi natürlich auch die west presse las und glaubte, daß ich ein ganz großer fisch wäre und ich dadurch die hoffnung auf baldige übersiedlung nicht mehr verlor.


der zweite punkt ist kaum glaubhaft, entspricht aber wie alles geschriebene hier der wahrheit. dieser fünfzeiler in der westpresse brachte mich in sofortige einzelhaft,entzog mir meinen nachnamen ( in haft hieß ich rechts weil ich auf der rechten zellenseite meine pritsche bezog. ich sah keinen anwalt, ich hatte keinen ordentlichen prozess, durfte niemandem schreiben und war total isoliert. nach ca.8 wochen ging eine kleine zellenklappe auf und ein wach- regimenter sagte in den raum hinein: rechts, herkommen und unterschreiben. ich traute meinen augen nicht, es stand da, daß ich im namen des volkes zu 6 einhalb jahren verurteilt bin!!!!!!!!

ohne verhandlung und mit zum teil abenteuerlichen behauptungen untermauert dieses urteil ist heute nicht mehr auffindbar, am ende waren es nur 6 monate und der westen kaufte mich als partisan für 40.000 westmark raus.

egal es geht hier auch nicht so sehr um mich, es geht wie immer im leben um den mißbrauch und die subjektive auslegung von macht....,ich tauge da sicher als beispiel. gebrochen haben sie mich nicht, gestählt habe ich mich im leben durch meine emotionalen entscheidungen.

für alle die noch mehr über die arbeit der stasi in der ehemaligen ddr wissen möchten, den sei der film "das leben des anderen" auf dvd empfohlen.

es grüßt der eiserne mozart aus wien, andora

STASIE-AKTE VON ANDORA

Liebe Webwatchers,
Aufgrund der Diskussion über die Schließung der ehemaligen Stasiakten, habe ich mich entschlossen Auszüge meiner Stasikate ins Netz zu stellen um dem Normalsterblichen unter uns mal zu zeigen, was das im Osten eigentlich für Pisser waren. Seht euch DIE PDF (BITTE HIER KLICKEN) an und genießt die Geschichtsstunde. Weitere Auszüge folgen...


Das Foto zeigt meine erste Verhaftung wegen einer Friedensdemo (zu dritt) gegen die nationalen Kampftruppen der DDR. Das war 1977 und da war ich... 19 Jahre alt, auch wenn ich da schon aussehe wie ein Taliban.

Und immer schön eisern bleiben im Leben!


Mao Ze Dong

Liebe Webwatchers,
Das Thema "Mao Ze Dong"ist ungefähr so ergiebig wie eine drei Liter Flasche Wein. Der Inhalt ist eben so la-la. Aber mein Freund Manfred Schütz, SPV-Plattenboss und ehemaliger Rotgardist der KPDML, hat mir seinen grau-mellierten Mao zur Verfügung gestellt.

Der Meister hat sich das Vergnügen natürlich nicht nehmen lassen und hat den alten Mao seinen revolutionären Verschleiß an chinesischen Jungfrauen auf den goldenen Kitel gemalt. Das zeigt uns mal wieder, dass alle Diktatoren die gleichen Schweine sind aber Manfred trotzdem ein guter Plattenboss ist und sein Rotgardisten-dasein nicht an seiner Birne geschrammelt hat.

Herzlichst Euer
Andora

- Ich verweise auf www.spv.de